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Applaus ist eine Währung

Am Samstag war ich bei der Premiere von „Paul die Laterne“ im Gloria Theater in Bad Säckingen.
Eine Straßenlaterne in Paris verliebt sich in eine junge Frau, die jeden Tag unter ihr auf den Bus wartet. Eine Liebesgeschichte, neu aufgelegt. Und eine richtig gute Show.
Hängen geblieben ist mir vor allem der Applaus.
Er kam nicht erst am Ende. Schon mitten im Stück gab es Szenenapplaus. Und am Schluss wollte er lange nicht aufhören.
Ich habe dabei in die Gesichter der Darsteller geschaut. Man konnte sehen, was dieser Moment für sie bedeutet.
Hier ist Applaus die Währung.
Wir reden ständig über Produktivität und Erfolg. Meistens meinen wir damit etwas, das sich zählen lässt. Abschlüsse, Quoten, Wachstum gegenüber dem Vorjahr.
Im Theater ist Erfolg etwas anderes. Er steht an diesem Abend in keiner Tabelle. Er entsteht in dem Moment, in dem ein Saal reagiert. Und er wird sofort ausgezahlt, direkt an die Menschen, die die Arbeit gemacht haben.
Ist das romantisch gedacht? Vielleicht. Auch ein Theater muss seine Plätze füllen und seine Rechnungen bezahlen.
Aber mir fällt auf, wie selten Erfolg anderswo so unmittelbar zurückkommt. Wer gute Arbeit macht, bekommt dafür oft eine Zahl in einem Bericht, Wochen später. Kein Geräusch, kein Gesicht, kein Moment.
Ich nehme von diesem Abend eine Frage mit: Wo bekommt eigentlich jemand seinen Applaus, dessen Arbeit nie auf einer Bühne stattfindet?
An alle auf der Bühne: Ihr habt einen tollen Job gemacht.
Und an alle, die noch überlegen: Geht hin. Es ist ein schöner Abend, und die Darsteller haben euren Applaus verdient.
Nicht jeder Erfolg lässt sich messen. Manchmal muss man ihn einfach hören.